Walburgistag, des Meien hochgezît.

Der meie der ist rîche,

er füeret sicherlîche

den walt an sîner hende,

der ist nu niuwes loubes vol:

der winter hat ein ende.

Neidhart von Reuenthal (1234).

Sommer und Winter waren einstmals unter die Zahl der göttlichen Wesen unsrer Vorzeit gerechnet gewesen; die Volkssitte im Verein mit unsrer älteren Sprachweise lässt hierüber keinen Zweifel übrig. Die Edda nennt den Sumar den Sohn des selig freundlichen Mannes Svâsudhr; der Winter dagegen (Vetr) hat den Vindlôni und Vindsvalr zum Vater, den Windkühl und Windschweller, der selbst wieder vom feuchten und nassen Vâsadhr abstammt. Koberstein, Weimar. Jahrb. 5. Sommer und Winter messen sich in einem Zweikampfe, und dessen scenische Aufführungen

waren ein Brauch, welcher sich von Schweden und Gothland an bis nach Südbaiern und der Schweiz erstreckt hat. Der Mai wird aus dem Walde in den Heimatsort herein abgeholt; dies geschieht jedoch nicht ohne heftigen Widerspruch des Winters, der es erst auf einen förmlichen Kampf ankommen lässt. Deshalb muss der knabenhafte Mai bewaffnet und unter kriegerischem Lärm die Landschaft betreten. Er entbietet ein grosses Turnier und kommt gewappnet auf den Plan:

sein panzer was ein grüenes graȥ,