uon dem leime gab er ime daȥ fleiſch,
der tow becechenit den ſweihc.
übereinstimmend mit der Bibelstelle: Ich will Israel wie ein Thau sein, dass es soll blühen wie eine Rose. In das Fruchtholz des Waldes flüchten beim Weltuntergange die beiden letzten Menschen Lif und Lifthrasir, Leben und Lebenskraft, und fristen sich da vom Morgenthau, bis neue Menschengeschlechter aus ihnen hervorgehen. Das Fruchtholz, die Oesch, kann ohne Thau nicht tragen; kein Maienthau, kein Holzwuchs, heisst es; wenn man einen Baum im Maienthau schüttelt, so stirbt er ab. Der Ritter, der die drei letzten Bäume bei seinem Hause fällen will, sieht des Morgens unter ihnen drei Jungfrauen sitzen, die über den Untergang des Waldes klagen und mit den zerrinnenden Thautropfen verschwinden. Er liess hierauf die Bäume stehen und sein Geschlecht blieb in Wohlstand. Wenn die Engel im Himmel weinen, um Gottes Erbarmen für die Menschen rege zu halten, so entsteht daraus unser Thau; dies lautet in Grieshabers Deutsch. Pred. 1, S. 42: wer sint diu wazzer ob dem firmamente? daȥ sint die erwelten und die behaltenen. sieh und merke ain grôȥ wunder. diu wazzer ob dem himmel, der kumet ain ȥeher niemer noch niemer her ab, wan daȥ, sûmeliche maister wèn, daȥ daȥ tov daruȥ werde. Ein unbethaut bleibender Ort ist ein verwünschter, wie hier hernach noch des Weiteren zu berichten sein wird. Da Jonathan und Saul in der Schlacht gefallen sind, wehklagt
David: Ihr Berge zu Gilboa, es müsse weder thauen noch regnen auf euch, Jonathan ist auf deinen Höhen erschlagen! 2 Sam. 1, 21. Wo Gespenster und Hexen umgehen, wächst kein Gras; daher in G. Bürgers Romanze:
Im Garten des Pfarrers von Taubenheim,
Da ist ein Plätzchen, da wächst kein Gras,
Das wird von Thau und von Regen nicht nass.
Wo neun Tage hinter einander kein Thau liegt, da liegt ein Schatz (verzaubert) vergraben. Coler, Oeconomia. Auf dem Wiesenweg, welcher der Sibilla Weiss Kirchgang gewesen, bleibt kein Thau und Reif behangen. Panzer, BS. 2, pg. 54.
Maienthau ist eine Quelle der Körperschönheit, des Liebreizes und der Langlebigkeit. Daher der Kinderspruch:
Wenns thaut, wirds grön,