Dort niden in jenem Holze

Leit sich ein Mülen stolz,

Sie malet uns alle Morgen

Das Silber, das rothe Gold.

Dort hoch auf jenem Berge

Da geht ein Mülenrad,

Das malet nichts denn Liebe

Die Nacht bis an den Tag.

Damit hört denn auch jene schreiende Unsinnlichkeit der Legende auf, dass die Heiligen ihre Wasserreisen auf einem Mühlsteine machen, wie Verena auf der Aare und der Wüstenheilige Antonius auf der Wolga. Auch die Stadtpatronin Zürichs, zugleich die angebliche Gefährtin der Thebäer, die hl. Regula, muss die gleiche Wunderfahrt gemacht haben, denn ihr Mühlstein lag einst am Seeufer bei Herrliberg, da wo es urkundlich Im steinin Rad heisst. Reithard, Sag. a.d. Schweiz.—St. Jakob von Compostella macht seine Meerfahrt in einem steinernen Troge und landet damit zu Ira in Galizien; der hl. Quirinus, genannt Boicus, wird mit einem Mühlstein am Halse in die Günz gestürzt und schwimmt damit in diesem reissenden Gewässer. Rader, Bavaria Sancta 1, 23. Die hl. Laurentia, mit einem Stein am Halse ins Meer versenkt, gieng auf dem Wasser einher, als wäre es festes Feld. Sie wird alljährlich am 1. Okt. in der Hauptkirche zu Ancona gefeiert, wo ihre Gebeine ruhen. Jac. Schmid, Kleine Ehehaltenlegend 1, 86. Der Mühlstein der hl. Brigida ist neben ihrer Kirche zu Kyldare in Schottland an der innern Klosterpforte aufgestellt und wird bei Krankheitsfällen als wunderthätiger Heilstein berührt. Canisius, Thesaur. Eccles. I, 414. seq. Die Flüsse und Seen sind die Adern, durch welche die älteste Kultur in die Länder floss, und die Mühle mit ihren Werkzeugen giebt die Bilder und Symbole her, unter denen die Sprache diesen Vorgang bezeichnet. Bei dichtfallendem Schnee sagt der Schwabe: das kommt durch den groben Beutel; der Franke: Müller und Becken schlagen sich mit Säcken; der Aargauer: sie putzed (die Himmlischen fegen