Katya: Das ist schönste böhmische Volkslied und heißen: Wo ist meiner Heimat? Hab' ich es gesungen oft mit so heißer Gefühl und habe gehabt in Heimat so große Weh. Hab' ich gefürchtet mich, wenn kam weiße stille Schnee. War viel kalte Nacht und haben wir gehabt oft keine Bett zu schlafen. Aber bei Häuser, wo wird gemacht bunte Glas, liegt große Berg von Asche. Wird gefahren aus Ofen für Glas und ist warm. Haben wir uns gewühlt in warme Asche und geschlafen. Nach eine Nacht ist Vater geschlafen sehr lange. Hab' ich genommen Geige, gespielt Kde domov muj. Vater haben geschlafen weiter. Hab' ich gewußt, er war tot. Leute haben gesagt, Asche war zu heiß, haben gehabt in sich böse Dampf, arme Vater ist erstickt. Arme, arme Vater.
Stoneberg: Armes Kind.
Katya: Hab' ich wollen springen hinein in Grab zu meine Vater. Aber Leute haben gehalten mich. Hab' ich geschrieen wie wilde Tier und gebissen mit Zähnen vor meine Jammer. Ist gekommen alte Herr von Haus mit buntes Glas, haben gesagt, er will geben viele Geld, weil ist geschehen mir so große Unglück auf seiner Eigentum. Haben mich schon gehört spielen Geige seine Arbeiter. Haben gesagt zu alte Herr, er soll schicken mich in Praha und geben zu gute Lehrer von Geige. Haben er gethan. War ich noch so kleine Kind von sechs Jahre, haben er mich lassen bringen in Praha durch eine von seine Arbeiter. Eine junge Mensch mit guter Gesicht. Haben mich gebracht zu seine Mutter. Alte Frau mit Schnee auf Haar. Alte Frau war gut mit traurige Kind. Haben geführt zu berühmte Lehrer von Geige. Hab' ich nicht wollen spielen vor. Habe wollen spielen nie wieder, nie wieder. Alle Rede von alte Frau und berühmte Mann waren keiner Hilfe. Ist geschehen eine Wunder. Im Zimmer neben haben gespielt eine Hand einer Melodie .... oh .... bin ich gefallen auf Knie, habe gebeten berühmte Mann, mir geben Lehre, daß ich könnte spielen eine Mal in meiner Leben solcher Melodie. War Beethoven.
Stoneberg: Was ist das für eine Melodie?
Katya: Opus 90, zweite Satz. Nicht für Geige, nur für der Klavier. Aber war meiner Sehnsucht von dieser Tag zu spielen ihn auf Geige. Wollte ich spielen jeder Melodie von Beethoven auf Geige. Habe ich immer gehabt Zorn, daß er haben gedichtet so vieler Melodie für Klavier. Ist eine tote Instrument – – Aber glaube ich meine Erzählen gehen lange, zu lange, werden haben Langeweile.
Stoneberg: Nein. Ich möchte Ihnen zuhören – tausend und eine Nacht.
Katya: Ist nicht mehr zu sagen vieles. Habe ich gespielt Geige ganze Tag und halbe Nacht. Nicht gethan andres, nicht gelernt andres. Haben keine Mensch mich erzogen. Als kam ich in große Welt war böse Gesellschaft. War ich oft in Gefahr, zu thun nicht gute Sache. Aber war dann in meine Ohr eine Zittern von Melodie von Beethoven und habe nicht gethan Unrecht. Ist meine Glauben, daß ich kann nicht mehr spielen Beethoven, wenn ich thue Sünde. Habe ich oft nicht rechte Benehmen, weiß ich wohl gut. Aber hab' ich in Herz Rechtes, weil bete ich zu große Genius. Er ist meine Heiland.
Stoneberg: Und dieser Heiland hat Sie bewahrt – in jeder Versuchung?
Katya: Ja. Denn hab' ich gelernt bewahren mich selbst. Sehen hier (zieht die Kette ein wenig empor. Am Ende derselben ist ein kleiner Dolch befestigt) kleine spitze Ding. Trag' ich seit lange Jahre. Ist Gefühl von Sicherheit. Habe ich geglaubt heute Abend Sie haben böse Sinn. Wäre nicht geblieben mit Ihnen ohne kleine Messer. Aber habe ich gehabt Unrecht. Sehe wohl, Sie sind nicht böse Sinn.
Stoneberg (ruhig, aber mit tiefer, innerer Bewegung): Sie irren sich, Fräulein Stanyek. Ich habe sehr bösen Sinn gehabt. Ich wollte Ihnen keineswegs die Amati geben –