[Abb. 38.] George van Raemdonck: Die fleißige Berta.

(De Amsterdammer, Amsterdam.)

Der „Große Brummer“ oder „Dicke Berta“ hielten nun auch bald ihren Einzug in die Witzblätter; jeder Künstler stellte sie in seiner Art dar, und es ist reizvoll, eine Reihe solcher Darbietungen miteinander zu vergleichen. Das Material würde ausreichend sein für eine Monographie „Der große Brummer in der Karikatur“. M. Claus zeichnete ihn als fleißige, strickende korpulente Dame unter Innehaltung der Geschoßform ([Abb. 44]); Walter Trier als Nachtmahr des Zaren, auf dessen Bett er mit offenem Schlunde hockt, während gleichzeitig Zeppeline den Betthimmel umkreisen (ein Blatt, das besser ist als die meist recht rohen und humorlosen Zeichnungen dieses Künstlers); Peter Pfeffer stellte ihn einem Franzosen, der das Maul aufreißt, gegenüber („Na, nun wollen wir doch mal sehen, wer das letzte Wort behält!“); Gustav Brandt läßt ihn selbst den unverletzlichen indischen Fakir zerschmettern ([Abb. 39]); Thomas Theodor Heine zeigt das englische Gegenstück „Lord Kitcheners neuen Faktor“ ([Abb. 40]); W. A. Wellner zeichnet die „Dicke Berta“ im Wochenbett bei einem „Freudentag im Hause Krupp“, es hat gerade wieder ein Kind von ihr das Licht der Welt erblickt. Ein neu gegründetes Witzblatt, der „Brummer“, ein Ableger der „Lustigen Blätter“, führt seinen Namen nach dem Geschütz. Die Volkstümlichkeit des Riesenmörsers spiegelt sich auch in dem scherzhaften Briefe eines Frankfurter Konfektionärs aus dem Felde an die „Frankfurter Zeitung“ wider:

„Modelle zeigen diesmal wir Deutsche den Franzosen, und zwar hat ein bekanntes Haus in Essen zahlreiche piècen mit 42 Zentimeter Taillenweite herausgebracht, die, wo sie auch erscheinen, Staunen des Fachmanns und Verwunderung des Laien erregen. Die tonangebende Farbe für diese Saison ist feldgrau, sie hat die Versuche französischen Ursprungs, Rot und Blau zur Geltung zu bringen, überall siegreich aus dem Felde geschlagen. Die französischen Cutaways scheinen auch nicht die Sympathie ihrer Träger gefunden zu haben, denn sie wurden zahlreich vorzeitig abgelegt, da sie beim Laufen sehr hinderlich sind. Großen Vorrat haben wir in points. Es gibt zwei Sorten: points tirés à la main und à la machine. Letztere sind allerdings bei unseren Kunden sehr unbeliebt, da sie nolens volens sehr große Quantitäten in kürzester Zeit abnehmen müssen. Der Absatz von diesen Artikeln ist sehr hoch, da große englische Häuser extra auf den Kontinent gekommen sind, um noch davon abbekommen zu können. Der französische Markt scheint auch noch große Quantitäten davon aufnehmen zu wollen; wir sind aber genügend vorgesehen, um ihn vollständig zu befriedigen.“

Dem Fakir bei Altenglands Truppe
Ist jeder Kugelregen Schnuppe.

Auch gegen Waffen, welche länglich,
Ist er immun und unempfänglich!

Und selbst wenn die Granate platzt,
Der Fakir vor Vergnügen schmatzt.