Nach den nunmehr eingereichten Berichten derselben sind die Steuerüberschüsse nicht groß genug für die verlangte militärische Ausrüstung; dieselben müssen auch für Notstandsjahre reserviert bleiben.

Deshalb wird dem Vize-Generalleutnant seine Bitte abgeschlagen. Wenn die zum Schutze des Landes bestimmten Bannertruppen in der vorgeschriebenen militärischen Uebung verharren, so braucht an ihrer Bewaffnung (aus Lanzen, Bogen und Pfeilen) nichts geändert zu werden und bleibt die Tüchtigkeit der Soldaten gesichert. Der Bannergeneral und seine untergebenen Offiziere sollen deshalb mit erhöhtem Eifer die militärische Ausbildung der Truppen betreiben, von welcher die Leistungsfähigkeit im Felde abhängt.”

Karte des kommandierenden
Generals von Schantung.

In demselben Edikt befindet sich auch noch folgender Paragraph:

„Der obenerwähnte Generalleutnant ist mit einem übermäßigen Gefolge von siebzehn Offizieren und Soldaten nach Peking gekommen und soll die Reisekosten eigenmächtig den für den Unterhalt der Truppen bestimmten Fonds entnommen haben. Diese Verwendung öffentlicher Gelder zu Privatzwecken läßt sich aus den von sämtlichen Hauptleuten unter Siegel eingelieferten Dokumenten erweisen. Der Generalleutnant soll über diesen Punkt genauen Bericht erstatten.”

Am folgenden Tage, den 25. Juni 1894, enthält die Pekinger Staatszeitung folgendes Edikt:

„Im Januar hatte das Kriegsministerium Uns gebeten, an alle Provinzen den Befehl zur schleunigen Aufstellung einer Truppenliste zu erteilen, um eine genaue Zusammenstellung der verfügbaren Armeen machen zu können. Dieser Befehl wurde allen Generalgouverneuren und Gouverneuren erteilt und ihnen eine Frist von drei Monaten gestellt.

Da diese Frist abgelaufen ist, so möge das Kriegsministerium die Aufstellung besorgen, gegen die säumigen Beamten jedoch Strafe beantragen.”

Der Zufall spielte mir Auszüge aus den offiziellen Truppenlisten in die Hände, und gestützt darauf, sowie auf die Erkundigungen, die ich in verschiedenen Garnisonen einzog, fand ich das Heerwesen Chinas heute im großen und ganzen ebenso, wie es vor dreihundert Jahren geschildert wurde. Die ganze Organisation des Heeres ist zu interessant, zu originell, um nicht näher besprochen zu werden.