Tagelöhner erhalten für den Tag 75 Pfennig, Träger 1 Mark 40 Pfennig bis 1 Mark 50 Pfennig, Tischler 1 Mark 10 Pfennig bis 1 Mark 20 Pfennig, Dachdecker 1 Mark 20 Pfennig, Tapezierer 1 Mark 10 Pfennig bis 1 Mark 20 Pfennig, Mattenweber 1 Mark 10 Pfennig bis 1 Mark 20 Pfennig.

Auch Elektrizität wird seit etwa fünf Jahren immer mehr als Triebkraft angewendet, und seit 1890 wurden in Japan Elektromotoren im Werte von 5 Millionen Mark eingeführt. Mit der Zeit werden jedoch auch diese im Lande selbst fertiggestellt werden, ebenso wie heute schon die Telegraphen- und Telephonapparate. In Osaka wird eben an einer elektrischen Anlage gearbeitet, für die Wasserkräfte von 15000 Pferdestärken zur Verfügung stehen. Die ganze Triebkraft in den Fabriken Osakas beläuft sich nach dem letzten Konsularbericht über die dortigen Industrien auf 25000 Pferdestärken, und die Eigentümer der elektrischen Anlagen berechnen die Ersparnis, die durch die Anwendung von Elektrizität an Stelle der Dampfkraft erzielt würde, auf eine Million Yen jährlich.

Osaka ist auch der hauptsächlichste Sitz der japanischen Baumwollspinnerei, also jener Industrie, die von allen wohl die größten Fortschritte gemacht hat. Die ersten Anfänge datieren aus dem Jahre 1871, als der Fürst von Satsuma, Schimadzu, einige Spinnmaschinen einführte. Die Revolution unterbrach die Entwickelung, und erst 1880 griff die Regierung die Sache wieder auf, indem sie fünf Spinnereien errichtete. Das Beispiel fand im Volke bald Nachahmung, denn schon im Jahre 1886 gab es in Japan 65000 Spindeln, 1891 war deren Zahl auf 354000, 1894 auf 664000 angewachsen, 1896 betrug sie über 800000 und 1899 eine und eine viertel Million. Die Produktion von Geweben verschiedener Art betrug 1883 etwa 2⅓ Millionen Meter, 1891 schon etwa 45 Millionen Meter und 1895 etwa 65 Millionen Meter. Der Bedarf an roher Baumwolle hat sich innerhalb eines Jahrzehntes verfünfundzwanzigfacht. 1885 wurde in Japan Rohbaumwolle im Werte von über 3 Millionen Mark eingeführt, im Jahre 1898 war diese Einfuhr auf 93 Millionen Mark gestiegen. Die Einfuhr von Baumwollgarnen von Europa erreichte ihren Höhepunkt im Jahre 1888, nämlich mit 31 Millionen Kilogramm, fast ausschließlich aus England. 1894, also sechs Jahre später, war diese Einfuhr auf 10 Millionen Kilogramm gesunken, und seinerseits exportierte Japan schon im vergangenen Jahre etwa 2½ Millionen Kilogramm nach China. Japan hat sich also in Bezug auf Baumwollgarne und Stoffe von Europa bereits unabhängig gemacht. Die Folgen davon sind deutlich zu spüren; in Lancashire arbeiteten 1895 gegen 100 Spinnereien mit Verlust, während jene von Japan 16 bis 25 Prozent Dividende abwarfen. Am empfindlichsten war die Entwickelung der japanischen Spinnereien für Indien. Im Jahre 1880 wurden von dort 4500 Ballen Baumwollgarne nach Japan eingeführt, 1897 nur mehr 750, und seither ist die Ausfuhr noch weiter gefallen.

Einen ähnlichen Aufschwung hat die Seidenfabrikation und die Seidenindustrie genommen, obschon die japanische Rohseide an Güte sich nicht entfernt mit der chinesischen Seide messen kann. Im Jahre 1889 betrug die Produktion 3½ Millionen Kilogramm, wovon 2¾ Millionen Kilogramm im Werte von über 100 Millionen Mark ausgeführt wurden; 1894 betrug die Erzeugung über 10 Millionen Kilogramm, die Ausfuhr aber 6¼ Millionen Kilogramm im Werte von 170 Millionen Mark. Das betrifft nur die Rohseide. Aber auch Seidenstoffe werden in ungeheuren Mengen ausgeführt, namentlich aus der Provinz Fukui, wo es im Jahre 1890 nur 2200 Webstühle mit 3000 Arbeitern gab. Im Jahre 1894 gab es schon 12500 Webstühle mit 12000 Arbeitern, hauptsächlich Mädchen, die als Arbeitslohn für das Stück Seide 50 Yen erhalten und den Monat 5 bis 10 Stück weben können. Die Ausfuhr von Seidenstoffen besaß 1885 einen Wert von 216000 Mark, im Jahre 1898 jedoch 35 Millionen Mark.

Die Teppichindustrie in Sakai, einer kleinen Stadt in der Nähe von Osaka, beschäftigt über 16000 Arbeiter. Im Jahre 1890 wurden aus Japan 27000 Teppiche ausgeführt, 1898 bereits 800000, und heute haben die japanischen Teppiche sogar in England einen ganz bedeutenden Markt, weniger wegen ihrer Qualität, als wegen ihrer hübschen, den orientalischen Teppichen nachgemachten Muster und ihrer großen Wohlfeilheit, ein Drittel bis ein Viertel des Preises der orientalischen Teppiche.

Eine interessante Statistik betrifft den Aufschwung einer ganzen Anzahl anderer Industrien, von denen die meisten vor einem Jahrzehnt überhaupt gar nicht bestanden haben. So z. B. betrug der Wert der Gesamtausfuhr in Mark im Jahre 1889 140 Millionen, im Jahre 1899 428 Millionen. In Bezug auf die Waren gestaltete sich die Ausfuhr folgendermaßen:

1897

1898

1899