»Ist der Wagen da?« fragte er den Gepäckträger, dem er seine Reisetasche anvertraute; er war offenbar nur zu einem kurzen Ausfluge von Hause fort gewesen.

»Is da, Herr Dukter,« erwiderte jener; »die Frau Dukter hat och den Mantel für'n Herrn mit eingelegt, wird aber nicht nötig sein, is scheenes Wetter heut abend zur Nacht.«

Jetzt wandte sich der Arzt an den Mitreisenden.

»Wollen Sie nicht auch nach – fahren?« Und er nannte den Namen des Städtchens.

Der Angeredete bejahte. Er wollte am nächsten Tage noch weiter ins Land hinein; darum hatte er die Absicht gehabt, in der Stadt zu übernachten.

Mit einem raschen Blick stellte der Doktor fest, daß außer einem Koffer nichts weiter an ihm hing.

»Wenn's Ihnen also recht ist,« meinte er, »steigen Sie mit ein, und wir fahren zusammen.«

Das wurde angenommen, und bald darauf rasselte der Wagen mit seinen Insassen durch das Gitterthor des Bahnhofgebäudes auf die Chaussee hinaus, die sich im Mondlicht wie ein weißes flimmerndes Band in das Land hinein verlor.

Es war, wie der Gepäckträger gesagt hatte, schönes Wetter heut abend zur Nacht.

Man befand sich im Juli; zu beiden Seiten der Chaussee stand das reifende Korn auf den Feldern; über dem weiten, flachen Lande lag die tiefe, süße Stille der Sommernacht, nicht unterbrochen, sondern nur eindringlicher gemacht durch das Gequak der Frösche, in das sich von Zeit zu Zeit der dumpfe Ruf der Rohrdommel mischte.