Sie mußte es sich gefallen lassen, daß er ihren Arm ergriff und ihr das Armband umlegte. Die Haut an der Hand und dem Handgelenk war rot und aufgesprungen; man sah es ihr an, wie schonungslos die Hände des jungen Mädchens in der Hauswirtschaft mitarbeiten mußten. Anna deutete mit den Augen darauf hin.

»Sieh doch nur selbst,« sagte sie: »für solche Hände paßt doch ein so wundervolles Armband gar nicht.«

Der Baron hob ihre kleine gerötete Hand empor.

»Das ist Anna von Glassner,« sagte er. Dann schob er den Aermel ihres Kleides so weit zurück, daß die weiße, zarte Haut des Armes sichtbar wurde.

»Und hier kommt die Baronin von Fahrenwald heraus,« fügte er lächelnd hinzu. »In einigen Tagen sind auch die Händchen so weiß und zart wieder, wie das.« Er drückte die Lippen auf ihren entblößten Arm und schob das Armband so hoch hinauf, daß es auf der weißen Haut lag.

»Siehst du,« sagte er, »wie gut es sich hier ausnimmt!«

Sie mußte lächelnd zugestehen, daß er recht hatte, und dann siegte die weibliche Freude am Schmuck über alle ihre Bedenken.

Mit leuchtenden Augen fiel sie ihm um den Hals.

»Du wirst mich noch so verwöhnen, daß ich ganz hochmütig und schlecht werde.«

Er hielt sie an sich gedrückt.