Der Wagen war zugedeckt, weil es vorher geregnet hatte; jetzt aber hatte der Regen aufgehört.
»Möchtest du ihn lieber offen haben?« fragte der Baron.
»O ja,« bat sie. Es war ja eine neue Welt, in die sie kam, und die will man doch gern ordentlich sehen können. Also wurde das Verdeck zurückgeschlagen; im Wagen befanden sich Fußsäcke und Decken; zwei prächtige Rappen stampften an der Deichsel. Der Ueberfluß kam ihr entgegen und breitete beide Arme aus.
Nachdem er sie in eine Wagenecke gepackt und sorgfältig in die Decken gewickelt hatte, setzte er sich neben sie; die Pferde zogen an und der Wagen rollte auf die Landstraße hinaus. Wege und Stege trieften von Nässe, in den Feldern rechts und links standen breite Wasserlachen, so daß sie wie Sümpfe aussahen; am Himmel, der kalt und grau wie Stahl war, taumelten die Wolken, vom Aprilwinde gejagt, in dicken schwärzlichen Ballen dahin. Alles in allem war es kein freundlicher Empfang, den die neue Welt dem jungen Mädchen bereitete.
Der Baron sah sie von der Seite an und sah, wie ihr Stumpfnäschen keck und vergnügt aus Hüllen und Decken in die graue Luft ragte.
»Ist dir kalt?« fragte er.
»Nicht im geringsten!« erwiderte sie.
»Aber schön ist es nicht?«
»Himmlisch,« gab sie zur Antwort. »Was denkst du denn? So eine Stadtpflanze, wie ich; das ist ja die reine Wonne, so über Land zu fahren!«
Er war ganz glücklich und legte den Arm um sie; durch die Decken und Tücher, mit denen er sie umwickelt hatte, war sie aber ganz unförmlich geworden, so daß sein Arm nicht um sie herumreichte. Sie kicherte vor Vergnügen.