Sie setzte sich, um die Gummischuhe anzulegen, und dabei konnte sie nicht verhindern, daß er sich auf ein Knie vor ihr niederließ, um ihr beim Anziehen behilflich zu sein.

Zärtlich drückte er ihre kleinen Füße.

»Aber Eberhard!« mahnte sie.

Er sprang auf, schloß sie in seine Arme und küßte sie auf den Mund.

»Komm,« sagte er, »heute fährst du als Anna von Glassner hinaus; das nächste Mal als Anna von Fahrenwald.«

Nach einer Eisenbahnfahrt von etwa einer Stunde kamen sie an der kleinen Station an, von der man zum Gute des Barons gelangte. Als der Zug einlief, stand bereits ein grauhaariger Mann mit abgezogenem Hute und gebeugtem Rücken auf dem Bahnsteige; es war der alte Johann.

»Sieh, wie pünktlich und aufmerksam er ist,« flüsterte Anna, mit dem Kopfe nach dem Alten deutend, dem Bräutigam zu. Dieser erwiderte nichts, und als Johann hinzutrat, um dem Fräulein beim Aussteigen behilflich zu sein, verhinderte er, daß er sie berührte.

»Ist der Wagen da?« fragte er kurz.

Der Wagen war da.

Indem sie dahin gingen, drückte sie mit leisem Vorwurfe den Arm des Bräutigams; er war so freundlich und gut, nur dem alten Diener gegenüber erschien er ihr so barsch.