»Also komm,« sagte er zu Anna, »wir wollen aussteigen und zu Fuße gehen.«

Rasch entledigte sie sich ihrer Umhüllungen, und auf seine Hand gestützt, sprang sie hinab.

Während der Wagen zum Schlosse weiterfuhr, schritten die beiden, Arm in Arm, in den Park hinein.

Ihr Weg führte sie eine Allee entlang, die von hochstämmigen, uralten Buchen gebildet wurde. In den blätterlosen Wipfeln brauste der Wind, der immer stärker angeschwollen und jetzt beinahe zum Sturm geworden war. Die Bäume neigten und beugten sich, die kahlen Aeste schlugen klatschend aneinander, ein Chor von tausend seltsamen Lauten, ein Krachen, Pfeifen und Heulen erfüllte die Luft.

Unwillkürlich schloß Anna sich dichter an ihren Begleiter. Zum erstenmal setzte sie den Fuß auf Fahrenwaldschen Grund und Boden, und es war, als wenn die Geister und Dämonen, welche dieses Gebiet bewohnten, sie begrüßten.

Der Baron fühlte ihre ängstliche Bewegung; er sagte sich, daß er sie nun da hatte, wo er sie haben wollte, haben mußte, aber es war wie ein Gefühl des Unrechts in ihm. Er kam sich vor, wie ein Jäger, der in einem fremden Erdteile ein Wild gefangen und es in seine Heimat geschleppt hat. Wird das fremde Geschöpf sich an die Luft der neuen Umgebung gewöhnen?

In Gedanken verloren, waren sie schweigend fürbaß geschritten. Dann fing Anna an.

»Siehst du,« sagte sie, »nun begreif' ich, warum sie deinen Park das schlesische Paradies nennen; das find' ich so schön, daß der Garten so offen ist; da können die armen, müden Leute, wenn sie von den Feldern draußen kommen, hereintreten und sich unter den schönen schattigen Bäumen erholen.«

»Gefällt es dir?« fragte er zurück, »das freut mich. Früher, verstehst du, war ein Gitter rings um den Park herum; ich habe es wegnehmen lassen.«

»Das hast du gethan?«