»Ja,« sagte er einfach.

Sie ruckte an seinem Arm; beide blieben stehen.

»Eberhard,« sagte sie leise, indem sie ihm in die Augen sah, »weißt du, was ich glaube? Daß du der beste, gütigste Mensch bist, den es auf Erden gibt.«

Er wandte das Haupt zur Seite, als wolle er ihrem Blicke ausweichen. Es gibt Menschen, die es nicht vertragen, daß man sich mit ihnen beschäftigt; vielleicht auch, daß er an den Vormittag zurückdachte, da er nahe daran gewesen war, den alten Johann zu erschlagen, und daß ihr Lob ihm darum ungerechtfertigt erschien – er erwiderte nichts und drückte nur hastig ihre Hände. Dann schlang er ihren Arm wieder in den seinen und setzte den Weg mit ihr fort.

Von der Allee bogen sie in einen Seitenweg ab, und indem sich nun der Park tief wie ein Wald vor ihr aufthat, sah und empfand Anna erst, wie schön und herrlich er war.

»O Eberhard,« fuhr sie bewundernd heraus, »wie muß das alles herrlich sein, wenn es erst Frühling wird und alles in Laub und Blättern steht!«

Nun warf er den Arm um sie her; sie fühlte seinen leidenschaftlichen Druck.

»Meinst du, daß es schön sein wird? Glaubst du, daß es dir gefallen wird? daß du glücklich sein wirst? Glaubst du's?«

»Ja doch, ja gewiß,« erwiderte sie, indem sie sich bemühte, ihn den Schreck nicht fühlen zu lassen, den seine plötzliche Leidenschaftlichkeit ihr eingejagt hatte.

»Dann will ich dir etwas sagen,« fuhr er fort, indem er sie eng an sich preßte, »sprich nie von mir! Hörst du? Sag nie, daß ich gut bin! Von mir, siehst du, muß nie die Rede sein; das ist mir gerade recht, ist mir das allerliebste! Nur du bist da, und du sollst glücklich und zufrieden sein. Siehst du, ich will mal ein Bild brauchen, damit du's verstehst: du bist für mich wie die Sonne, und ich bin wie die Erde. Und wenn die Sonne scheint, siehst du, dann ist die Erde glücklich, daß sie sich um die Sonne drehen kann. Und mehr will ich nicht und brauch' ich nicht. Und darum gibt's für die Sonne nur eine Verpflichtung: nämlich, daß sie da ist und leuchtet, weiter gar nichts. Und nun sag' mir, wirst du daran denken? Und da sein für mich und leuchten? Wirst du's? Versprichst du's?«