Während Anna sprachlos vor dem Gemälde stand, trat der Baron zu ihr heran und faßte sie, beinah heftig, am Arm.
»Komm fort,« sagte er. Der Ton seiner Stimme war rauh, wie nie zuvor.
Von dem unheimlichen Anblick gefesselt, stand sie noch immer. Jetzt wandte er sich nach der Thür, durch welche sie in die Galerie eingetreten waren.
»Hatte ich dir nicht befohlen, das Bild fortzunehmen?«
Sie drehte den Kopf – zu wem sprach er?
In der Thür stand der alte Johann, der, wie es schien, lautlos hinter ihnen drein gekommen war.
Sie sah, wie er langsam den Kopf vorstreckte und die Augen auf den Baron richtete.
»Gnädiger Herr,« sagte er, »haben nichts davon befohlen.«
In dem Augenblick fühlte Anna, deren Arm in dem des Barons lag, wie ein Zucken durch dessen Körper ging. Seine Gestalt reckte sich in allen Gelenken, so daß er Anna um mehr als Kopfeslänge überragte.
»Wenn ich's also wirklich noch nicht befohlen haben sollte,« fuhr er fort, indem er über sie hinweg sprach, »so befehl' ich es jetzt. Das Bild kommt fort von der Wand! Gleich auf der Stelle! Jetzt!«