Ins Hotel — Ghezireh-Palace? — Das ist das ganz feine, unten auf der Nilinsel, wo Fürsten und Millionäre wohnen — drei Portiers und siebentausend verdammte Lakaien — dort Besuch?
Ach ja: Sich peinlich anziehen, im Wagen bis zum Portal fahren, dann die zwanzig Schritte bis zum Hauseingang — dann aufstampfen, ausspucken, und zum Wagen zurück rennen und fluchend heimfahren und sich tagelang elend und verworfen fühlen! Ach ja!
„Nicht mir bist du bestimmt, du Licht aus blauen Augen,
Nie werd’ ich, schlanke Hand, dich auf der Stirne fühlen,
Euch, roten Lippen, bleibt mein Name ewig fremd!“
„Ein Waschlappen bin ich — daran ändern die schlechtesten Verse nichts!“ Und verbissen in selbstgewollten Schmerz langt er zu Hause an.
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Der zweite Kassier ist ein Deutscher, ein blonder, stiller Mensch. Eggert heißt er. An den seltenen Tagen, wo die leidige Expedition früh beendet ist, geht Fritz mit ihm langsam spazieren, um vor dem Abendessen Luft zu schöpfen.
Eines Abends sind sie bis Atabet-el-Khadr hinaufgeschlendert und plaudernd stehengeblieben. Kaum hundert Schritte weiter, am Eingang der Mouski, nur durch die Breite des belebten Platzes getrennt, liegt die Pension, in der Eggert wohnt. Ein flüchtiger Gruß: „Auf morgen!“, dann verschwindet der andere im Gewühl, und Fritz geht langsam nach Hause.
Am nächsten Morgen fehlt Eggert in der Bank. Der Kassier! Aufgeregte Prüfung: Die Kasse stimmt aufs Haar. Die Bücher in Ordnung. Der Kawaß wird in die Wohnung geschickt, bringt den Bescheid: „Herr Eggert ist seit gestern mittag nicht mehr zu Hause gewesen!“ Seit gestern mittag? Was soll das? Wer hat ihn zuletzt gesehen? — Fritz meldet sich, gibt Auskunft, sagt, er habe sich gegen acht Uhr abends in nächster Nähe seiner Pension von Eggert getrennt und keinen Augenblick daran gezweifelt, daß der geradeswegs zum Essen gehe. Das Gespräch? Alltägliche Dinge — ein Abendplausch. Eggert war weder aufgeregt, noch traurig — hungrig und müde eben, wie man es abends ist.