Abb. 22
Es wird sich darum handeln, solche Modelle zu wählen, deren Darstellung nur dann in korrekter Weise gelingt, wenn eine dabei Anwendung findende Elementarform zeichnerisch beherrscht wird: wenn Ellipse, Eiform, Kreis, Viereck, Dreieck, Raute, Trapez, Vielecke und ihre mannigfachen Kompositionen zeichnerisch richtig zur Darstellung gelangen. Ein paar Beispiele mögen illustrieren, wie ich mir die Sache denke:
[Abb. 19] zeigt z. B. eine Reihe von Zeichnungen, die fast alle aus der Oval- oder aus der Eiform entstanden sind. Nur erfährt diese Elementarform je nach der Eigenart des betreffenden Gegenstandes eine gewisse Umwandlung.
Abb. 23
Das veranschaulicht z. B. auch [Abb. 20]: Rechteck, Dreieck, Spitzbogen usw. finden in derartigen Darstellungen eine technisch korrektere Übung und Anwendung, als es bei den Darstellungen auf der Vorstufe möglich und beabsichtigt war. Hier würde sich ein Mißlingen in formaler Hinsicht ohne Zweifel empfindlicher bemerkbar machen als auf jener Vorstufe, die ihr Hauptaugenmerk noch der inhaltlichen Seite zuwenden durfte. Würde z. B. der dreieckige Papierhelm in [Abb. 20] statt des rechten Winkels einen spitzen oder einen stumpfen Winkel erhalten, so wäre die Zeichnung nicht nur vom geometrischen, sondern auch vom technisch-konstruktiven Gesichtspunkt aus falsch; denn beim Falten des Papierhelms in der angegebenen Weise muß der betreffende Winkel naturnotwendig seine 90 Grad erhalten, wenn die Sache handwerkstechnisch klappen soll. Ähnlich verhält es sich bei den Fensterläden in [Abb. 21]. Würden die Läden zu schmal gezeichnet, so könnten sie beim Schließen die Fensterscheiben nicht vollständig decken. Würden sie jedoch zu breit dargestellt, so könnten sie überhaupt nicht recht geschlossen werden.
Abb. 24
Empfehlen wird es sich, derartige Darstellungen in größerem Format mit ausgiebigem Material – mit Kohle oder mit Farbstift – auszuführen, um nach und nach einen gewissen Schwung der Linienführung zu erreichen, wie er eben nur durch fortgesetzte Übung an großformatigen Zeichnungen erworben werden kann.
Als 2. Stufe könnte man die flächenhafte Wiedergabe körperhafter Dinge gelten lassen.