Beim Darstellen der Landschaft wähle man im Anfang ferne Objekte, bei denen die Details verschwinden. Günstiger als der Mittag sind Morgen und Abend, besonders wenn die Sonne hinter den zu zeichnenden Gegenständen steht, so daß sich diese silhouettenhaft vom lichten Himmel abheben ([Abb. 73] u. [74]). Auch hier ist der Beginn mit flächenhafter Darstellung der natürliche Ausgangspunkt. Bei körperhafter Darstellung aber wähle man zunächst möglichst einfache Objekte ([Abb. 75]), bei denen die Perspektive noch keine besonderen Anforderungen stellt ([Abb. 76]). Zu empfehlen ist dabei das Zusammenfassen der Details im Baumschlag z. B. zu einheitlichen Massen, sowie das Herausgreifen geschlossener Gruppen – Bäume oder Häuser ([Abb. 77] u. [78]). Erst wenn man an derartigen Ausschnitten den Blick für das landschaftlich Malerische geübt und eine gewisse Technik entwickelt hat, gehe man an die Wiedergabe reicherer Motive. Daß dabei das Studium guter Landschaftsgemälde, sowie das Kopieren von Meisterskizzen von Wert sein kann, soll im Schlußabschnitt noch näher ausgeführt werden.

Abb. 76

Abb. 77

Abb. 78

C. Farbige Darstellung.

Die neue Richtung betont mit besonderem Nachdruck die Verwendung der Farbe in der zeichnerischen Darstellung. Dadurch erhält der moderne Zeichenbetrieb größere Wärme; denn wo die Farbe fehlt, da wirkt alles kälter, freudenärmer. Man wird darum auf dieses Darstellungsmittel, das die Darstellungslust in besonderem Maße zu fördern vermag, nicht verzichten. Schon bei den Übungen der Vorstufe wird man farbig gestalten. Statt des schwarzen Graphitstiftes wird man mit Farbstiften, mit Kohle und farbigen Kreiden arbeiten.