Als nun die Brügger den Gerichtssaal der Schöffen mit einem recht passenden, eindrucksfähigen Bilde schmücken wollten, beauftragten sie David damit.

Die Wahl des Malers zu solchem Thema war merkwürdig.

Irgendein Gelehrter hatte in den Geschichten des Herodot diese unglaubliche Erzählung gefunden: Kambyses läßt den Richter Sisamnes, der durch Bestechung zu einem ungerechten Urteil sich hatte verleiten lassen, bei lebendigem Leibe die Haut abziehen. Die Haut wurde dann als Überzug des Richtersessels verwendet, auf dem der Sohn des Gerichteten künftig Urteile zu fällen hatte.

Abb. 18. Dierick Bouts, Das Martyrium des h. Erasmus.

Die furchtbare Schindung mußte also David malen, obwohl er die besondere Fähigkeit dafür noch nicht gezeigt hatte.

Doch er löste die Aufgabe ganz entsprechend den Wünschen seiner belgischen Auftraggeber (Abb. 17).

Ruhiger, erbarmungsloser, herzloser hätte keiner dies unheimliche Thema malen können.