Rubens zumal ist selten so wahrhaftig, so mitfühlend, so ganz derselbe wie die, die er malt. Der Hofmann konnte ganz Bauer sein.
Bei den Märtyrerszenen ist er lieblos – hier wird seine Liebe auch ohne »Theater« Leben! Ja die Übertragung ins »Stilvolle« kommt durch Verzicht auf jeden szenischen Apparat.
Abb. 40. Fel. Rops, Der Frühling im Städtchen.
Die St. Georgskirchweih des Pieter Breughel (Abb. 39) will etwas anderes sein. Eine recht getreue Erinnerung an übermütige Stunden. Alle Belustigungen, alle sportlichen Veranstaltungen, alle Aufführungen werden gezeigt. So ein Stich in der Bauernstube an die Wand genagelt, hat jeden echten Flamen die Tage bis zur nächsten Kirchweih herbeisehnen lassen. Wie's da zuging, das war Vorbild für den nächsten Freudenrausch.
Rops, der Wallone, hat einmal »den Frühling« gezeichnet – (Abb. 40), nicht wie ein Ludwig Richter, nicht wie ein Schwind oder Thoma. Nein, ganz wie ein echter alter, von niederländischer Volkstümlichkeit strotzender Belgier.
Hier wird die Schilderung freilich witzig – aber im einzelnen und im ganzen ist's das alte lustige Getriebe, sind's die alten feisten Breughelschen Gestalten, die sich necken, lieben, schlagen, drehen.
Rops Spott trifft nur die Nichtbauern, die Nichtvölkischen. –