Abb. 52. Jerome Duquesnoy d. Ä. Das Manneken pis in Brüssel (1619). – Jerome D. ist der Vater des berühmten Franz D., dessen Arbeiten in St. Peter in Rom, dessen Putti in aller Welt bekannt waren. – Diese Brunnenfigur wäre nach ihrem uralten Motiv gewiß kein besonderes Charakteristikum für irgendein Volk. Auch die prüdeste Stadtgemeinde würde keinen Anstoß dran nehmen, jede sie gern aufstellen. Was aber doch dies Buberl von Duquesnoy gerade zu einer Idealfigur flämischen Volkscharakters macht, das ist die Art, wie sie von allen Ständen des Volks als Wahrzeichen durch alle Jahrhunderte in guten und bösen Tagen verehrt und geschmückt wurde. Sie ist mit Recht von J. W. Wolf (Niederländische Sagen. 1843) die populärste Statue von Europa genannt worden. An Festtagen mit Blumen und Kränzen geschmückt, von allen fürstlichen Besuchern Brüssels mit Kleidern beschenkt, hat sie sogar Testatoren gefunden, die Summen zur Erhaltung, Summen für die Anstellung eines besonderen Pflegers gestiftet. – Alle politischen Wandlungen hat das Buberl zur Schau tragen müssen. Ja Kurfürst Maximilian schenkte ihm 1698 das Ritterband seiner Orden und Ludwig XV. schmückte es mit dem Ordenskreuze des h. Ludwig. 1831 bekam es die Uniform der Brüsseler Bürgergarde. – Öfters geraubt von fremden Truppen hat man es immer wieder zu finden gewußt. – Kann eine harmlose Statue nur wegen eines guten alten echt menschlichen Motivs des Wasserspendens mehr verehrt werden? Das Manneken pis ist ein Charakteristikum des lebensfrohen belgischen Volkes, dem kein anderes sich vergleichen läßt. – Auch wir wollen ihm als köstlichen flämischen Volks-Genius nie Respekt versagen.
Abb. 53. (Auf Seite 8.) H. Paillard, Der große Platz in Brüssel. Holzschnitt.
Abb. 54. (Auf dem Umschlag.) Chr. Jegher nach Rubens, Holzschnitt (605×360). Herkules tötet Neid und Zwietracht. (Nach dem Deckengemälde in Whitehall in London.)
Anmerkungen zu den Abbildungen:
Durch ein Versehen blieben nach notwendigem Umstellen von Bildern im Text in den Anmerkungen falsche Numerierungen stehen:
| Abb. | 4 | im Text ist in den Anmerk. Abb. | 6 |
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