»Adieu, Jungens,« sagte er, »seid christlich gewesen! Wär' mir lieber, ihr würdet noch bleiben. Kann's euch aber nicht übelnehmen, be jabers. Könnt was Gescheiteres tun, als Eisenbahnarbeiten. So long!«
»Das merk' dir, Billy!« grinste Joe.
»Man muß die Arbeit nehmen, wie sie kommt,« antwortete Billy achselzuckend.
»Jetzt aber wird der Spieß umgedreht, my dear Billy! Hat die Eisenbahn uns gehabt – so haben wir jetzt, bei meiner seligen Tante Jemima, wieder die Eisenbahn!!«
Und der nächste Schnellzug führte drei nichtzahlende Passagiere nach Westen.
Tag und Nacht ging es dahin, als müsse versäumte Zeit eingeholt werden. In kaum zehn Tagen legten wir eine ungeheure Strecke zurück, zuerst auf einer Nebenlinie nach Westen, dann zurück im Bogen nach Osten, die Arizonalinie überschreitend, über Albuquerque nach dem Norden, durch Neumexiko nach Colorado hinein – gepackt vom Fieber des Vorwärtshastens. Auf dieser Fahrt kam ich zum ersten und einzigen Mal in den Vereinigten Staaten mit der Macht des Gesetzes in Konflikt.
Es war in einem kleinen Städtchen nicht weit von La Junta in Colorado. Der Frachtzug rumpelte in dem prachtvollen Sommermorgen dahin, hielt, rumpelte wieder hin und her. Und dann war Ruhe.
»Confound it,« sagte Billy nach einer Weile, »ich glaub', wir sind auf einem Nebengeleise.« Er öffnete vorsichtig die Schiebetüre einen Spalt weit und guckte hinaus. »Wahrhaftig! Infames Pech. Winzig kleine Station auch noch!«
Verärgert kletterten wir hinaus, um uns umzusehen und so schnell als möglich mit einem anderen Zug weiterzufahren. Zuerst sprang Billy zu Boden, dann Joe und endlich ich. Kein Mensch war zu sehen. Wir wollten über das Geleise hinweg zur Straße hinübergehen, als urplötzlich aus der Böschung eine Gestalt auftauchte und eine drohende Stimme rief:
»Hände in die Höhe!«