Und wie ein Schaf zur Schlachtbank wurde ich auf den Vorplatz geführt, wo ein anderer Mann (der trug ein blaues Flanellhemd!) zu uns trat. Ein Flüstern zwischen rotem und blauem Hemd. »Correct!« sagte das blaue Hemd. »Sechzehn Dollars. Das weiß jedermann. Well, sagen wir zehn Dollars statt sechzehn – ich bin nich' so!«

»So viel Geld hab' ich nicht bei mir!« erklärte ich wütend – und in Heidenangst, denn der Mann im blauen Hemd trug einen riesigen Revolver im Gürtel.

»Dann geht Tommy hier mit Ihnen, es zu holen,« entschied das blaue Hemd …

Beinahe hätte ich bezahlt, aber da waren wir schon auf der Straße, ich und das rote Hemd.

»Welches Hotel?«

»M–m–m …« murmelte ich und bog links ab. In mir kochte alles vor Wut über die Gaunerei. Und plötzlich wußte ich es: Den Teufel würde ich bezahlen! An der dunklen Ecke der Nebenstraße blieb ich stehen:

»Gehen Sie nur wieder zurück – ich habe kein Geld. Ihr seid Schwindler!«

Und im gleichen Augenblick stieß ich den Mann im roten Hemd mit beiden Fäusten vor die Brust, daß er zu Boden kollerte, und rannte um die Ecke, so schnell mich nur meine Füße tragen wollten. Hinter mir knallte es, – noch einmal – dreimal … Wieder bog ich um eine Ecke, rannte geradeaus im Dunkeln, lief in die Kreuz und Quer. Erst nach einer halben Stunde wagte ich mich wieder in die Hauptstraße und schlich vorsichtig ins Hotel, zu Billy ins Zimmer. Zitternd vor Aufregung drehte ich das elektrische Licht an und weckte ihn.

»Was ist los?« fragte er blinzelnd. »Oh – du! Ausgeplündert, heh? Jeder Centavo fort, heh? Aber das ist doch nicht so wichtig, um mich zu wecken!«

In fliegender Eile erzählte ich, und seine Augen wurden immer größer.