»Welch' ein trockenes Gefühl man doch im Hals hat nach dem Singen!« sagte sie mit einer Stimme, die geradezu rostig klang.
»Flasche Bier?« fragte der Kellner im roten Flanellhemd und stellte zwei Flaschen hin, ohne eine Antwort abzuwarten. Die tinge-ling Dame packte eine Flasche und ein Glas, dann die andere Flasche – und im Handumdrehen war das Bier den Weg seiner Bestimmung gegangen. Sie mußte wirklich sehr durstig sein!
»Fremder?« sagte sie. »Ja? Werden finden, daß hier 'was los ist! You bet!«
Und da brachte der Mann im roten Flanellhemd schon wieder zwei Flaschen, und Fräulein Nachbarin zu meiner Linken leerte prompt die eine ganz und die andere zur Hälfte.
»Jetzt muß ich wieder singen,« sagte sie und stand auf. »Komm' gleich wieder.«
In mir aber dämmerte eine Ahnung auf, daß ich Ärmster es war, der für diese Bierflaschen bezahlen mußte, und in einer wahren Heidenangst vor dem Durst der Dame rief ich den Aufwärter herbei.
»Vier Flaschen Bier?«
»Sechzehn Dollars!« sagte der Mann im roten Hemd.
»Sechzehn Dollars – Sie sin' wohl 'n Fremder? Kommen Sie mit, wir werden 's Ihnen erklären!«