Es war dunkel. Ich sah nichts. Wo war ich? Was war geschehen? Souder, der Tölpel, mußte gestolpert sein, als er ins Zelt kam in der Dunkelheit — auf den Bauch hatte er mich getreten mit den schweren Stiefeln — ah, wie das brannte. Ich preßte die Fäuste gegen den Leib. So, jetzt war’s besser. Wo bin ich? Was — ist — das?
Und wie mit einem Schlage kam durch den aufrüttelnden Schmerz die Kraft des Sehens in mein Auge, und in mein Hirn die Fähigkeit des Denkens. Ich sah die Männer auf dem Boden liegen, sah den Neger in der Uniform eines Sanitätssoldaten, begriff, daß es Schwerkranke waren, unter denen ich mich befand, und daß ich selbst sehr krank sein mußte. Mühsam richtete ich mich auf, die Fäuste immer noch gegen den Bauch gepreßt, denn das half.
»Heh, du!«
Der Neger kam einen Schritt näher.
»Was fehlt mir? Was ist das hier?«
»Inselhospital, Herr. Für Gelbes Fieber und Typhus. Bin selber erst heute früh mit den ersten Kranken hergeschickt worden. Morgen kommen die Betten —«
»Was — fehlt — mir?«
»Weiß ich nicht,« antwortete der Neger mürrisch. »Bißchen Typhus, denk ich mir, oder ’n bißchen Fieber. Is nich schlimm, Herr. Furchtbar viel Arbeit hier für mich. Ich bin ganz allein — —«
Angst packte mich, furchtbare Angst. Gel — bes Fieber — die Schmerzen im Leib — das schreckliche Müdesein — — — Regungslos hockte ich da und starrte um mich. Unter mir lag ein Strohsack. Ich war in einem kleinen Raum, der arg verwahrlost aussah vom roten Ziegelsteinboden bis zu den beschmierten Kalkwänden. Die schmutzigen Fenster ließen nur trübes Licht herein. Nackt und kahl war alles. An der einen Wand stand ein kleiner Tisch mit Gläsern und Flaschen und einem Stuhl davor. Links und rechts von mir und gegenüber lagen der Wand entlang auf Strohsäcken die Kranken. Wenige nur. Ich begann zu zählen — eins, zwei, zehn ...