Da flog am 15. Februar des Jahres 1898 abends 9 Uhr im Hafen von Havana der große amerikanische Kreuzer Maine in die Luft und sank augenblicklich. Die gesamte Besatzung von über sechshundert Mann ging zugrunde.
Jetzt jagten sich die Ereignisse.
Ein Schrei der Entrüstung gellte über Amerika. Rache für die Maine! durchbrauste es die Zeitungen; Remember the Maine! donnerte es in den Massenmeetings. Denn für jeden Amerikaner war es selbstverständlich, daß ein heimtückischer spanischer Torpedo die Maine und ihre 600 Amerikaner in die Luft gesprengt hatte.
Die kubanischen Insurgenten wurden von der Regierung der Vereinigten Staaten als kriegführende Partei anerkannt. Scharfer spanischer Protest in unziemlichen Ausdrücken. Kurzer Notenwechsel, der die Lage nur verschärfte. Am 25. April erklärte das amerikanische Repräsentantenhaus, der Senat und der Kongreß, den Kriegszustand mit dem Königreich Spanien.
Am selben Tage noch erhielt das amerikanische Geschwader in Ostasien unter Admiral Dewey telegraphische Instruktionen. Nach fünf Tagen war die spanische Philippinenflotte in der Seeschlacht von Manila am 1. Mai 1898 vernichtet.
Der Lausbub wäre nicht das Menschenkind voller Unrast und tiefgewurzeltem Drängen nach grellem Erleben gewesen, hätte sich nicht inmitten des Kriegslärms sein abenteuerliches Blut geregt. Das Soldatenblut vielleicht auch vom Großvater und Vater her, den alten Offizieren.
Ich verschlang die sich jagenden Nachrichten und brüllte mit in Jubel und Freude, als Lascelles mit der Depesche vom Siege bei Manila ins Reporterzimmer stürzte. Kein Stockamerikaner hätte begeisterter sein können! Wieder jagten sich die Ereignisse. Mit immer größerer Bestimmtheit trat die Nachricht auf, daß eine Amerikanische Armee von der Insel Kuba Besitz ergreifen sollte und — ich wurde sehr nachdenklich, ohne eigentlich zu wissen warum. Ich wurde zappelig. Wie schal und gleichgültig schien auf einmal das begeisternde Reporterleben! Ich wurde unzufrieden. Was scherte mich die Zeitung, wenn es Krieg gab! Krieg!! Blutigen Krieg! Kämpfe im tropischen Land!!!
Ich sah mich zwei Nächte hintereinander im unruhigen Traum als kolossal tapferen Offizier, der seine Leute im Sturm zum Siege führte ... Und am nächsten Morgen kam mir die große Idee! Man mußte die Gelegenheit beim Schopfe packen! Die Möglichkeiten des Berufs mußten ausgenutzt werden bis zum letzten! Kriegskorrespondent wollte ich sein — aber selbstverständlich — Kriegskorrespondent!!!
Ich drückte mich im Reporterzimmer herum, bis die Kollegen alle fort waren. Kaum war der langbeinige Ferguson mit seinen polternden Schritten als letzter aus der Türe gestiefelt, als ich schon auf den Schreibtisch in der Ecke zuschoß —