Erwin Rosen.
(Erwin Carlé).
Zweiter Teil
Bei der amerikanischen Zeitung.
Bob bei den Münchner Neuesten Nachrichten. — Die armen Teufel von deutschen Journalisten. — Ein Münchner Zeitungspalast. — Im amerikanischen Reporterzimmer. — Wie das Zeitungsbaby sein Handwerk erlernte. — Das Geheimnis der Presse. — Im Presidio. — Ich lerne telegraphieren. — Die Sprache des Kupferdrahts. — Telegraphisches Lachen. — Vom großen Lebenswert.
Ein Jahr mag es her sein oder zwei, als ich in meiner Vaterstadt München einen alten amerikanischen Zeitungsfreund auf der Straße traf. Wir gingen zunächst zum Frühschoppen ins Hofbräuhaus, und gegen Ende der zweiten Maß weinte Bob beinahe. Zu traurig fand er es, daß einer, dem es einmal vergönnt gewesen war, die Nase in die Welt der amerikanischen Zeitung zu stecken, sich nun für deutsche Zeitungen plagen und schinden mußte!
Er nahm die Münchner Neuesten Nachrichten vom Tisch und zerknüllte sie.
»You poor devil!« sagte er. »Du armer Teufel — du ganz armer Teufel. Euer Bier ist ein Wunder! Eure Gemütlichkeit ist prachtvoll! Eure Kunst ist grandios! Aber eure Zeitungen — großer Gott, Mann, das ist doch keine Zeitung — das ist ja ein Miniaturblättchen — damn it, das ganze Dings da, das sich eine Zeitung nennt, hat nicht einmal Raum genug für einen einzigen anständigen Prozeßbericht!«