»Was haben Sie denn da?« fragte der Major, und Souder stotterte irgend etwas von Telegraphengeräuschen und Leitungabstellen. Dabei machte er aber ein so verlegenes Gesicht, daß ich neugierig nach der Ecke schielte, aus der das Geräusch zu kommen schien. Es kam mir auch so bekannt vor; es erinnerte mich lebhaft an das Klopfen des hölzernen Vibrators, den wir statt der lärmenden Klingel für unser Biertelephon ausgeklügelt hatten. Irgendwo mußte da ein Telephon stecken. In der Ecke dort stand ein Bücherbrett, ein einfaches Regal aus Leisten, auf einer hölzernen Kiste als Unterlage. Die Kiste hatte eine Türe und ein Schloß. Aha!

»R—rrtsch! R—rrrtsch!! R—rr—rrrrtsch!!!« Es war das reine Trommeln und es kam ganz entschieden aus der Kiste!

Major Stevens sprang auf.

»Was zum Teufel haben Sie denn da?« schrie er — der Major war ein sehr cholerischer Herr. Mit einem Satz war er bei der Kiste, riß die Türe auf, und hielt eines unserer schönsten neuen Tischtelephone in den Händen. Ein prachtvolles Instrument. Schallverstärkung. Platin-Resonanz. Verwundert — verdammt verwundert! — sah er Souder an, als plötzlich eine Stimme zu sprechen begann. Eine hellklingende, schrille, lachende Frauenstimme, die drei Meter weit weg vom Schallbecher zu verstehen war.

»Bist — du — da — mein — süßer — Frosch?«

Frosch!

Frosch!! Ich hätte fromm die Hände falten mögen, den guten Göttern zu danken, die mich das miterleben ließen. Ich verspürte keine Spur von Mitleid mit Souder — keine Spur! Der Major kniff die Augen zusammen und mußte grinsen. Neben dem Grinsen aber stand in mindestens gleichem Maße heilloses Erstaunen auf seinem Gesicht geschrieben. Es war höchst interessant, ihn zu beobachten. Ich biß krampfhaft die Zähne zusammen, um nicht herauszuplatzen. Souder aber stand erstarrt da. Steif wie eine Telegraphenlanze.

»So antworte doch, Mäuschen! Wieder 'mal übler Laune? Wieder 'mal zu arbeiten? Packt euch der Major so viel auf?«

Mäuschen!