Die zwei Stunden waren wie im Fluge vergangen. Die Beamtinnen Onkel Sams setzten sich wieder an ihre Maschinen und ich wollte mir vom Bürovorsteher meine Akten zurückerbitten, als er schon auf mich zukam:

»Major Stevens erwartet Sie im Offizierszimmer,« sagte er. »Hat soeben nach Ihnen gefragt. Gegenüber — gleicher Korridor — vierte Türe links!«

Ich ging hinüber, klopfte an.

»Herein!« Das war des Majors Stimme.

Und ich trat ein — und muß im nächsten Augenblick ein so erstauntes, ein so dummes, ein so hilflos perplexes Gesicht gemacht haben, daß das unbändige Lachen der beiden Offiziere, die rauchend an dem runden Tischchen saßen, zweifellos gerechtfertigt war. Schallend lachten sie auf. Der Major war der eine, und der andere — Sergeant Souder! In Leutnantsuniform. Freiwilligen-Infanterie. In Leutnantsuniform!! Sekundenlang war ich sprachlos vor Erstaunen, dann aber mißfiel mir das Lachen.

»Sergeant Carlé,« meldete ich kurz.

Der Major winkte krampfhaft ab.

»Sie haben aber auch ein Gesicht gemacht,« lachte er, »als sähen Sie Ihre eigene Großmutter in indezenten kurzen Röckchen einen Cancan tanzen! Bitte, nehmen Sie Platz, Mr. Carlé — Zigarre, bitte, Mr. Carlé —«

Und es überrieselte mich wie eine heiße Welle. Ein Offizier sagte nicht »Mister« zu einem Sergeanten in der amerikanischen Armee! Das bedeutete —

»— General Greely hat Ihr Gesuch genehmigt. Ich werde Ihnen nachher die nötigen Dokumente aushändigen und wünsche Ihnen jetzt Glück und Erfolg auf Ihrem Lebensweg. Souder — in dem Schränkchen dort muß eine Whiskykaraffe und ein Syphon sein. Danke. Meine Herren, wir trinken auf das Wohl des Sergeanten Souder und des Sergeanten Carlé. Mögen Sie ein tüchtiger Offizier werden, Souder, und Sie ein berühmter Zeitungsmann, Carlé. Vergeßt euren alten Kommandeur nicht, Kinder!«