»Ich wähle Monrepos,« rief das Prinzeßchen, wieder lachend, »es lebe Monrepos! Ach, Sascha, ich beneide dich nicht um die glänzende Aussicht, Äbtissin zu Tannenburg zu werden!«

»Und wenn Sascha sich vermählt, und du nicht, so wirst du's,« warf der Erbprinz ein, aber Lolo schüttelte indigniert das blonde Köpfchen.

»Ich mich nicht vermählen! Daran ist doch gar nicht zu denken,« meinte sie.

»Es ist nur gut, daß du deiner Sache so sicher bist,« erwiderte der Erbprinz sarkastisch.

»Ich weiß nicht, was du gegen Monrepos hast,« nahm der Herzog das vorige Thema wieder auf. »Daß es einsam ist, macht es mir und Sascha und Emil gerade wert! Warum suchst du keine Beschäftigung, wie wir? Du hast so viel Anlage für Musik, aber wenn du ein paar Bravourstücke auf dem Flügel heruntergerast hast, bist du schon fertig. Warum machst du dich nicht mit den klassischen Meistern vertraut?« Prinzeß Lolo verzog das Mäulchen.

»Ah, die sind so langweilig, Papa!«

»Kind, du mußt versuchen, weniger oberflächlich zu sein,« sagte der Herzog ernst. »Studiere und übe die Musik, sie wird dir in allen Lebenslagen die treueste Freundin sein und bleiben. Denke, wie öde und einsam dein Leben mitten im Strudel der Geselligkeit sein würde, hättest du nichts, was deine stillen Stunden verschönte!«

»Ja, aber ich kann doch nicht den ganzen Tag üben, Papa!« rief Prinzeß Lolo weinerlich wie ein Kind.

»Nein, das sollst du auch nicht, du magst dann spazieren gehen – apropos, Sascha, möchten wir nicht bei der Baronin Falkner anfragen wegen der Benutzung des Parkes? Die Erlaubnis des verstorbenen Besitzers können wir doch nicht stillschweigend weiter in Kraft lassen!«

»Nein, Papa, ich werde es arrangieren!« entgegnete Prinzeß Alexandra. »Aber ich denke, wir unterlassen es vorläufig noch, in Verkehr mit der Baronin zu treten, bis wir wissen, ob derselbe für uns paßt!«