Dolores ergab sich in ihr Schicksal.
»Aber, Frau Gräfin, was in aller Welt veranlaßt Sie nur, sich solch' fürchterliche Tiere zu halten?« fragte sie mit leisem Schauer. »Sie können doch unmöglich Gefallen daran finden, und der Graf graut sich vor ihnen!«
»Eben deshalb halte ich sie,« erwiderte die Gräfin sehr kaltblütig, aber als Dolores sie überrascht anblickte, sah sie, daß die dichten, dunklen Augenbrauen der Dame sich zusammengezogen hatten.
»Nicht wahr, das ist sonderbar?« fuhr die Gräfin fort. »Aber es giebt viel Sonderbares auf der Welt, von dem Sie nichts ahnen! Heiraten Sie niemals. Niemals, hören Sie?«
»Ich werde mir's merken,« erwiderte Dolores lächelnd.
»Oder thun Sie's, wenn Sie elend sein wollen fürs ganze Leben,« rief die Gräfin heftig, »denn Sie glauben's doch nicht, wenn man Sie warnt. Ah, da kommt das Eis!«
Die Dame des Hauses warf den Schlauch ihres Nargileh beiseite und half dem eintretenden Diener den Inhalt seiner Platte auf dem Tisch arrangieren: Krystallmuscheln mit herausgebrochenen Ecken, ordinäre Löffelchen von Britannia und eine prachtvolle, schwere silberne Schale mit Fuß, darin das Gefrorene aufgehäuft war. Sie legte ihrem Gast vor und nahm dann sich selbst, aber schon nach dem ersten Kosten spuckte sie heftig aus und riß an der Klingelschnur über dem Sofa.
»Was ist das für Eis?« schrie sie dem Diener entgegen.
»Erdbeer und Vanille, gnädige Gräfin –«
»Esel!« Und mit diesem Liebesnamen flog dem in seiner Einfalt Antwortenden einer der stark getragenen Pantoffeln der Dame an den Kopf.