Sie nahm den Weg nach dem Hexenloch, dessen von romantischem Zauber umsponnene Umgebung sie so sehr anzog. Hier ließ sich's so gut träumen und sinnen an dem kleinen rauschenden Wasserfall, dessen silberhelle Wasser in dem Tümpel so dunkel aussahen oder, wenn die Sonne durch die prächtige Blutbuche an der südlichen Uferseite schien, wie Blut.

Durch kühle Laubgänge schritt Dolores langsam dahin und bog dann herum nach dem stillen, lauschigen Platz, doch wie sie um die Hecke bog, sah sie sich plötzlich einer Dame im hellen Sommerkleide gegenüber, die auf einem Baumstumpf saß und eine Aquarellskizze des Hexenlochs machte. Neben ihr, von rücklings halb auf dem Baumstamm liegend, saß ein junger Mann und las vor.

Hohe, überschlanke Buchen

Wölben sich zum Schattendach –

Weil sie Licht und Sonne suchen

Ist ihr Wachstum gar so jach.

Und sie streun als weichen Teppich

Dürres Laub gebräunt und dicht,

Doch den Fels umwuchert Eppich

Immer grün und immer licht –