»Nun, aber doch nicht für immer,« meinte die Prinzeß lächelnd.

»Doch, für immer,« sagte Dolores.

»Sind Sie europamüde?«

Dolores sah erschreckt auf – war es wirklich Falkners Stimme, die diese Frage gethan?

»Nein, aber ich bin des Falkenhofs müde,« sagte sie unsäglich traurig. »Was soll ich auch hier? Engels wird das Lehen verwalten – in besseren Händen könnte es nicht sein!«

»Und Sie selbst, wohin werden Sie gehen?« fragte Prinzeß Alexandra teilnehmend.

»Ich weiß es noch nicht, Durchlaucht!«

»Die Kunst ruft Sie, die Auserwählte, gehorchen Sie dieser Stimme!« rief Keppler. »Sie können noch so viel Gutes schaffen und Schönes, es wäre Sünde, wollten Sie das Pfund vergraben, das Gott Ihnen gegeben hat!«

»Nein, nein,« rief die Prinzessin, »bleiben Sie! Sie sind zu jung, zu gut für das Leben auf der Bühne, wo niemand Sie vor Verleumdung schützen kann –«

»Durchlaucht, das thut auch hier niemand,« erwiderte Dolores bitter. »Die höchsten und edelsten Frauen haben mich gerne in ihre reinen Kreise gezogen, so lange ich mich Doña Falconieros nannte, und meinen Ruf hat die Verleumdung nicht anzutasten vermocht, das ist die vornehmste Mitgift, die Gott mir für dieses Leben gegeben. Was Weh ist und Schmerz und Ungerechtigkeit, das hab' ich erst hier kennen gelernt!«