»Sie sind ein Engel,« rief sie lachend und weinend, »ach, Sie haben mich erlöst, denn ich wollte mir schon das Leben nehmen, weil ich dachte, Sie wollten ihn mir rauben – ihn, den herrlichsten von allen –«

»Wodurch hab' ich Ihnen zu diesem Verdacht Veranlassung gegeben, Prinzeß Eleonore?« fragte Dolores scharf hinein in diesen Redestrom.

»Ich weiß nicht – ich dachte nur – Sie gingen doch mit ihm nach dem Musikabend nach Hause –«

»Und –?« –

»Und indes bin ich beinahe gestorben vor Eifersucht und Zorn und Gram – und ich hörte ihn noch so lange in seinem Zimmer auf und ab gehen wie ein gefesselter und gefangener Löwe –! Und es ist wirklich wahr, daß Sie ihn mir lassen – mir?« schloß sie naiv.

»Von Lassen ist gar keine Rede, Prinzeß, denn ich habe sein Herz nie besessen,« sagte Dolores herb.

»O wie wunder – wunderschön!« jubelte das Fürstentöchterlein, ohne zu ahnen, wie weh sie ihrer Begleiterin that. Die aber fragte in den Jubel mitten hinein:

»Und sind Sie der Liebe Alfred Falkners so sicher?«

»Ei, wenn er Sie nicht liebt, wird er mich schon lieben,« erwiderte die Prinzeß mit eigentümlicher Logik – Herzenslogik – aber mit unbedingtem Selbstvertrauen.

»Und der Herzog, und der Erbprinz, und Prinzeß Alexandra –? Was werden sie zu der Mesalliance sagen?«