»Was ist Ihnen, Fräulein Dolores?« sagte er besorgt.
»Ich weiß es selbst nicht,« entgegnete sie kurz und ergriff den Wirtschaftsbericht. Dann sah sie plötzlich auf zu ihm.
»Glauben Sie an Träume, lieber Engels?«
»I Gott behüte,« erwiderte er. »Träume kommen aus dem Magen. Wenn ich zu spät Abendbrot gegessen habe, dann träumt mir immer das verrückteste Zeug. Selbst das Tier träumt, denn was wär es sonst, wenn Knieper im Schlafe leise bellt und winselt und Ida miaut?«
Jetzt mußte Dolores doch lächeln; die Erklärung für ihren Traum war allerdings drastisch genug.
»Ja, ja, so wird es sein,« sagte sie resigniert, hier einen Schlüssel zu finden.
Während sie zerstreut den Berichten Engels zuhörte, klopfte es bescheiden an der Thür, und Mamsell Köhler erschien auf der Schwelle.
»Herr Doktor Ruß ist oben und frägt, ob gnädige Baronesse einen Spaziergang mit ihm machen wollen – es sei so schön draußen.«
»Ja, gern,« rief Dolores, froh, eine Gesellschaft zu finden – das Alleinsein war ihr so schwer heut'. »Ich lasse den Herrn Doktor bitten, im Salon oder in der Galerie auf mich zu warten.«
Mamsell Köhler ging.