»Du wirst nach all dem wohl dein Zimmer einem gemeinschaftlichen Zusammenbleiben, das so wenig Chic ist, vorziehen,« sagte er.
»Mach' kein so brummiges Gesicht,« erwiderte sie lächelnd statt einer Antwort, und als er, finster genug dareinschauend, ein paar Schritte zurücktrat, fügte sie hinzu: »Wer wird denn jedes Wort, das man sagt, auf die Goldwage legen! Man renommiert manchmal und meint es anders – und besser!«
»Soll das eine Entschuldigung sein für dein Benehmen?« fragte er, trat in das Zimmer und schloß die Thür hinter sich.
»Entschuldigung?« murmelte sie verwundert. »Ja, habe ich denn nötig, mich zu entschuldigen? Und bei dir?«
Falkner nahm die Thürklinke wieder in die Hand.
»O, wenn du es nicht fühlst und dessen nicht bedarfst, dann ist die Sache ja erledigt,« sagte er bitter. Aber im Gehen besann er sich, daß er mit dem kleinen blonden Geschöpfe dort eine Verantwortung übernommen hatte – eine Verantwortung, schwer und ernst wie selten eine. Er beherrschte sich also nochmals und trat nah an die junge Frau heran. »Lolo,« sagte er herzlich und freundlich, »Lolo, ist es denn dir nie eingefallen, daß du mich durch deine Vernachlässigung kränken und betrüben könntest? Ist dir in dem tollen Treiben dieser Woche niemals der Gedanke an mich gekommen?«
»Wieso denn?« fragte sie naiv zurück. »Du warst ja immerzu da!«
»Aber deinem Herzen so weit,« ergänzte er herzlich.
Sie sah ihn groß an und tippte mit dem Zeigefinger ihrer rosigen Rechten auf ihre Stirn, auf der das blonde Haar wie Federn so duftig und leicht lag.
»Du bist verrückt, mein Kind!«