»Die Beurteilung dieses Schrittes bitte ich mir zu überlassen,« erwiderte sie heftig, sprühenden Blickes.
Da schwieg er, und sie gingen weiter, doch ehe sie bis dicht an das Gitter von Monrepos kamen, da reichte er ihr bittenden Blickes die Hand.
»Es war gut gemeint, verzeihen Sie.«
»Gern,« erwiderte sie tonlos.
»Ich habe Sie und meinen Freund Falkner auch mit keinem Hauch eines Verdachtes gekränkt,« fuhr er fort, »und warnen kann nicht beleidigen –« –
»Gewiß nicht. Aber ich vertraue darauf, daß ich den Warner in der eigenen Brust trage,« unterbrach sie ihn stolz.
Da lächelte er trübe.
»Das Herz ist oft stärker und siegt,« war seine Antwort.
Doch sie waren bei Monrepos angelangt und das Gespräch damit zu Ende. Dolores sah zu ihrer Freude, daß Falkner und Lolo allein an einer Blumenrabatte standen und wohl ihre Gäste zum Lunch erwarteten. Und während Keppler sich zurückzog, trat sie schnell auf die Überraschten zu.
»Liebe Lolo,« sagte sie herzlich, aber auf den Wangen noch die Blässe der Erregung, »liebe Lolo, ich komme dir zu sagen, daß ich neulich nach meinem thörichten Schreck über die Schlange, recht abweisend und unhöflich zu dir war, die als Gast bei mir weilte. Das thut mir herzlich leid, denn ich bin überzeugt, daß du dir nur einen Scherz machen wolltest, weil du nicht wußtest, wie weit meine Antipathie gegen diese Tiere geht. Sei mir also nicht böse, und du auch nicht, Cousin Alfred!«