Und wie sie geendet hatte und Gräfin Schinga die Hände von den Tasten sinken ließ, da war es einen Augenblick sehr still in dem kleinen Kreise, so still, daß man das Summen der Bienen draußen in der warmen Spätsommerluft hörte. Und Dolores strich mit der Hand über ihre Stirn.

»Tutto fini –« sagte sie. »Das war mein letztes Lied.«

»Nein, nein!« rief Keppler abwehrend, die Stimme rauh vor Erregung.

»Tutto fini,« wiederholte Dolores. »Mir bleibt nur noch einiges zu besprechen mit dem Erben vom Falkenhof.« –


Indes war unten Doktor Ruß endlich mit dem Arzt angelangt, und Frau Ruß unternahm es, den jovialen alten Herrn hinaufzuführen.

»Nun, wie geht's oben?« fragte er so heiter, als hätte Dolores den Schnupfen.

»Es flackert so auf mit ihr und läßt wieder ganz nach,« erwiderte Frau Ruß. »Ich hörte sie eben noch singen. Aber sie ist doch sehr krank – –«

»Krank?« lachte der kleine Doktor. »Ich bitte Sie, Verehrteste! Ihr Herr Gemahl hat mir so Andeutungen gemacht über eine unglückliche Herzensangelegenheit – wer ist es denn, der Er nämlich?«

»Mir ist davon nichts bekannt,« sagte Frau Ruß erstaunt.