»Nein, nein!« unterbrach sie ihn schnell, »kein anderer. Es steht niemand zwischen Ihnen und Ihrer Werbung. Und vielleicht ist die herzliche Sympathie, von der ich Ihnen sprach, auch der rechte Kitt für eine glückliche Ehe – –«
»Vielleicht ist es auch die Liebe selbst, ohne daß Sie es wissen,« fiel er bittenden Blickes ein.
Sie aber schüttelte mit trübem Lächeln den Kopf.
»Nein, Hoheit – wir wollen uns beide darüber nicht täuschen. Es frägt sich nur, ob Ihnen genügt, was ich zu bieten habe – –«
»Dolores – –«
»Sie sollen nicht sofort ›Ja‹ sagen, Hoheit,« fiel sie ihm ins Wort, »Sie sollen sich prüfen, ob Sie vorlieb nehmen wollen mit einem Herzen, das ja nicht verneint, lieben zu können, und das auch nicht sagt: Ich werde Sie niemals lieben, denn ich glaube und begreife, daß eine Frau Sie lieben kann. Aber mehr noch als Sie bedarf ich der Prüfung. Es hat so viel verlockendes, Ihren Antrag anzunehmen, weil es der Antrag eines redlichen, großdenkenden Mannes ist, weil ich mir einbilde, Ihr Herz könnte eine Heimat werden für mein heimatloses Herz und weil die Einsamkeit mich oft so trostlos ansieht – aber all' das darf mich nicht verleiten, das Lebensglück – Ihr Lebensglück auf eine Karte zu setzen, von der ich nicht weiß, ob sie gewinnt. Und darum muß ich mich prüfen und Sie müssen mir Zeit lassen, ja?«
»Kann ich ›Nein‹ sagen?« fragte er mit einem Seufzer zurück. »Und wie lange soll ich auf Ihre Entscheidung warten? Denn ich habe für mich schon entschieden!«
»Wie lange?« sagte Dolores träumerisch. »Ich kann nicht wissen, wie lange ich brauche, um die Zweifel meines eignen Herzens zu bekämpfen. Denn wenn ich kämpfe, so geschieht es offenen Visiers und ehrlich, auch gegen mich selbst – –«
»Das weiß ich, Dolores! Und ich will warten – warten, bis Sie mich rufen. Doch eins muß ich Ihnen sagen: auch ich werde kämpfen, aber nicht mit mir, denn in mir ist alles klar, aber um Sie, und ich will damit nicht eher aufhören, als bis Sie selbst mir sagen, daß es vergebens ist, daß Sie einen anderen lieben. Und vielleicht siege ich auch, denn ich gehe ja nicht hoffnungslos von Ihnen.«
Da lächelte sie schmerzlich.