So stand sie im weißen Kleide, Sonnenlicht in dem schimmernden Goldhaar, wie eine Elfe, seltsam überirdisch zu sehen, und sang ein Lied, dessen weiche Modulation, dessen wie von Schluchzen durchbebte Melodie wunderbar hineinpaßte in das stimmungsvolle Bild. Es war ein italienisches Lied, vielgesungen, weitbekannt, aber hier durchweht von hoher Künstlerschaft, von tiefstem Empfinden, das also hinausklang in den stillen, glockendurchzitterten Abend:
»Ich möchte sterben, wenn die Frühlingslüfte
Vom heitern Himmel lau die Erd' durchwehen,
Wenn neue Blüten hauchen neue Düfte,
Die Schwalben sorgend nach dem Nestlein sehen.
Ich möchte sterben, wenn die Sonne nieder
Am Himmel sinkt und schon die Veilchen träumen –
Da flieht zu Gott die müde Seele wieder,
Zu unbegrenzten, frühlingshellen Räumen.
Doch wenn der Sturm rast und die Blitze flammen,