Wenn finstre Wolken durch die Lüfte jagen,
Und wirbelnd treibt das welke Laub zusammen,
Möcht' ich nicht sterben, nicht hinaus mich wagen.
Ich möchte sterben, wenn die Sonne nieder
Am Himmel sinkt und schon die Veilchen träumen –
Da flieht zu Gott die müde Seele wieder
Zu unbegrenzten, frühlingshellen Räumen.«[1]
[1]: Nach dem Italienischen des L. M. Cognetti von der Verfasserin.
Und wie Falkner stand und dem Liede lauschte, ungesehen von der einsamen Sängerin, da fiel ihm die Zeichnung des Blattes ein, das dem Liede als Umschlag diente, und das er einst drüben in Monrepos gesehen –: vor der untergehenden Sonne, die auf die »träumenden Veilchen« herabblickt, zwei beschwingte Schatten, welche sich zum Kusse zusammenneigen – –
»Vorrei morir – vorrei morir« – verklang es wie ein schluchzender Hauch. »Dolores –!« und er stand neben ihr, plötzlich, unerwartet, aber sie erschrak nicht vor seinem schnellen Kommen, sondern sah durch die Lichtung hinein in das Abendsonnengold, als wäre sie allein, wie vorher.