Und es wurde still unter den Blutbuchen am Hexenloch wie in einer Kirche, nur seine tiefen, schweren Atemzüge waren zu hören.
»Vorrei morir –« wiederholte er dann leise. »Warum nur möchten Sie sterben, Dolores?«
Da sah sie ihn an, wortlos, aber er schien keiner anderen Antwort zu bedürfen.
»Ich war im Falkenhof und wollte Ihnen Lebewohl sagen, denn ich reise morgen ab,« fuhr er nach einer Pause fort. »Und Prinzeß Alexandra läßt Ihnen sagen, daß Sie zu meiner Hochzeit nach Nordland kommen sollen.«
»Ja,« sagte Dolores mechanisch. Es war ihr erstes Wort.
»Ja,« wiederholte er. »Leben Sie wohl!« Und er reichte ihr die Hand. Als sie die ihre hineinlegte, ohne Druck, wie apathisch, da sprach sie mit seltsam klingender Stimme: »Sie kommen dann vielleicht auch zu meiner Hochzeit.«
Da prallte er zurück, wie getroffen.
»Der Erbprinz!« fuhr es ihm durch den Sinn, daß er den Namen laut aussprach. Sie nickte bejahend.
»Und Sie haben ›Ja‹ gesagt,« fragte er.
»Noch nicht,« erwiderte sie, »aber ich werde es wohl thun. Es ist das beste. Denn er ist ein guter, edler Mensch.«