»Es ist eine himmelschreiende Sünde an der Kunst. Sie hätten berühmt werden können wie die Catalani und die Malibran und der erbleichende Glanz des Sternes einer Patti fing an, auf Sie überzugehen!« rief Keppler, aufrichtige Überzeugung im Tone.
»Man soll nach den Sternen nicht begehren,« erwiderte Dolores, mit einem Versuche zu scherzen.
»Sie thaten es einst – warum jetzt nicht mehr?« fragte er erregt.
Sie errötete tief und sah zur Seite.
»Ich kann nicht – diese Sterne haben ihren Reiz für mich verloren, ich begehre sie nicht mehr.«
Da seufzte er tief, fast ungeduldig.
»Was würden Sie von mir sagen, würfe ich eines Tages Pinsel und Palette ins Feuer und sagte: Ich kann nicht mehr malen.«
»Ich habe ja aber nur Schminke und Puderquasten und falschen Hermelin ins Feuer geworfen,« entgegnete Dolores. »Mir bleibt meine Musik für alle Zeit, und ich hoffe noch manches Lied zu ersinnen, das ›den Komponisten der Satanella‹ dem Herzen näher bringt – Sie wissen, solch' ein Lied, von dem Geibel sagt:
Es singen's bald zu Nacht am Born