»Ich habe diese Bestimmung, welche überdies die taktvolle Form eines Vorschlages hatte, als liebevolle Fürsorge und Zuvorkommenheit aufgefaßt,« erwiderte Falkner ernst werdend und etwas scharf.
»Tyrannei ist es, nichts weiter,« widersprach Lolo noch heftiger. »Aber ich werde ihnen zeigen, daß ich mich davon frei zu machen weiß,« setzte sie trotzig hinzu.
Falkner sah sie einen Moment fest und prüfend an.
»Also willst du abreisen?« fragte er ruhig.
»Ja, ja, reisen wir ab,« rief sie lustig, sprang auf und schlang ihre Arme um seinen Hals. »Ich hab's ja immer gesagt, daß du ein kolossal vernünftiges altes Haus bist,« jubelte sie.
»Aber du hast mich mißverstanden, Lolo, es ist mir nicht im Traume eingefallen, die in wahrhaft väterlicher Güte für uns entworfenen Pläne des Herzogs wie ein undankbarer Rüpel über den Haufen zu werfen, trotzdem ich eine geregelte, bestimmte Arbeit sehr vermisse.«
Sie ließ langsam die Arme sinken.
»Also damit wär's nichts,« seufzte sie resigniert.
»Nein,« erwiderte er ruhig, und als sie sich darauf wieder setzte, fragte er herzlich: »Hast du's denn schon satt, Lolo, bei mir zu sein? Bist du meiner ausschließlichen Gesellschaft schon überdrüssig?«
»Nun, es könnte schon ein bißchen mehr los sein,« erwiderte sie mit so drolliger Ehrlichkeit, daß es nicht gut übel zu nehmen war. Falkner mußte auch darüber lächeln.