»Aber Kind, wir können Monrepos jetzt nicht verlassen,« meinte er.

»Ach nein,« sagte sie, »das habe ich mir gleich gedacht. Aber weißt du, Alfred, wir könnten es in Monrepos selbst lustiger machen – durch Gäste.«

Er sah sie einen Moment ernst an, dann mußte er wieder lächeln.

»Also doch schon meiner überdrüssig, Lolo?«

Sie errötete tief und ward sichtlich verlegen.

»Unsinn,« rief sie verwirrt, »siehst du denn nicht ein, daß man sich zu zweien einmal ausspricht, daß man sich lächerlich macht, wenn man so lange, abgeschieden von der Welt, wie ein paar Turteltauben in einem nid d'amour sitzt?«

»Lolo,« sagte Falkner ernst, fast traurig.

»Jawohl, lächerlich!« rief sie rechthaberisch und eigensinnig. »Es hat schon genug Aufsehen gemacht, daß ich dich geheiratet habe, aber die Welt muß sich ja begraben vor Lachen, wenn sie sieht, daß wir nichts thun wollen als zu zweien zu kosen!«

Falkner antwortete nicht. Sein Blick wanderte von ihren erregten Zügen hinaus ins Grüne und nach der Richtung des Falkenhofes – – –

»Sie ist noch ein halbes Kind,« dachte er mit einer gewaltsamen Anstrengung, gerecht zu sein. Und sich selbst überwindend, wandte er sich wieder zu ihr und streckte ihr die Hand über den Frühstückstisch entgegen.