Die Herzen sind so hohl!
6.
Jetzt geh’ ich fort, so wie ich kam,
Doch hab’ ich deinen Schwur!
Ich war einmal ein Bräutigam,
Die Braut mir Treue schwur! —
„Nun, das ist eine poetische Unterhaltung geworden! rief der Baron, nachdem Hippias geredet hatte. Wir müssen Ihnen dankbar sein, Fräulein Brettomani, daß Ihre Gegenwart diese Gedichte ins Leben gerufen hat. — Wenn wir nur die Verfasser kennten! fuhr er lachend fort. Ich glaube wir müssen wohl deren Gesundheit trinken. Wein! Henriette! Es leben die drei großen Unbekannten! Vivant, floreant, crescant! Die Erfrischungshalle soll jetzt die Dichtungshalle heißen! Wir wollen hier alle Tage zusammen kommen und dichten! Nicht wahr, meine Herren? Drei Männer und drei Literaten! Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht irgend eine Flugschrift, oder ein Zeitblatt hervorbringen könnten. Das Blatt soll „die Dichterhalle“ heißen!“
„Herr Baron!“ unterbrach ihn Mlle Henriette. „Da Sie heute so gut gelaunt sind, so schreiben Sie mir doch ein Gedicht für eine meiner Freundinnen ins Stammbuch, die nach Amerika geht.“
„Von Herzen gern, mein schönes Kind. Versteht Ihre Freundin Englisch?“
„Ja.“