»Versuchen Sie's doch wenigstens mal!«
Jetzt endlich sah sie ihrem Helfer ins Gesicht – bis dahin hatte sich ihre Aufmerksamkeit nur auf seine Beine konzentriert – und sie entdeckte, daß der Architekt derselbe Herr sei, dessen Zuruf am Morgen sie zu dieser Tollkühnheit verlockt hatte. Dann mußte er auch einen Teil der Verantwortung tragen.
Halblaut fragte sie: »Er ist ja schon so weit fort – er merkt es am Ende gar nicht, wenn ich nicht übe.«
Der Architekt lachte und antwortete herzlos: »Er sieht alles, Fräulein!«
Und wirklich erscholl es in diesem Augenblick aus den Lüften: »Nun, die beiden dort unten – wollen sich die denn gar nicht hinaufbemühen?«
»Bitte, bitte, einmal versuchen«, drängte der Architekt.
Und Konny, die es einsah, daß es hier kein Schummeln gäbe, schleuderte mit letzter Energie ihr rechtes Bein in die Luft, sah ihren gefesselten Fuß mitsamt dem senkrecht stehenden Skier unstät hin- und herschwanken, fühlte sich in zwei gleiche Portionen gerissen – und ließ sich auf die Seite fallen.
»Aber, aber,« meinte der Architekt, »das war ja alles verkehrt! Und da wir doch bergauf wollen, hätten Sie das obere Bein nehmen müssen, um gleich an Steigung zu gewinnen – und nicht das Talbein!«
Konny sah resigniert auf ihre beiden, unter ihr gekreuzten Beine. Sie hätte im Moment gewiß nicht angeben können, welches ihr rechtes oder welches ihr linkes sei – und nun sollte sie sogar den Unterschied zwischen Tal- und Bergbein wissen?!
Still begann sie sich zu entknäueln, stand endlich wieder aufrecht da und sagte zum Architekten: »Ich will es jetzt allein lernen, ohne Theorie. Sie stören mich nur – gehen Sie nur voran.«