„Sie werden es menschlich verzeihlich finden,“ lächelte der Rat überlegen, „daß ich ihn nicht verhaften ließ. Zudem werden Sie es kaum beweisen können, daß ich von der Wahrheit seines Geständnisses überzeugt gewesen war. Falls Sie meine Bestrafung wünschen, werde ich Ihnen die Arbeit erleichtern und noch heute mein Abschiedsgesuch einreichen.“
„Mr. Dodd!“ rief Polly empört. „Sie werden das unterlassen.“
„Ich habe nur das Geld herbeizuschaffen!“ versetzte Dodd ruhig. „Sogar die Festnahme des Defraudanten betreibe ich nur, um zu den entwendeten Millionen zu kommen. Alles andere hält mich auf, ist also unnütz. Ich bin nur von der Firma Stockes & Yarker, aber nicht von der Polizei engagiert. Und Sie können mir keinen Anhaltspunkt geben, wohin sich der Verbrecher von hier aus gewandt hat?“
„Leider nicht,“ versetzte der Rat, und um seine Mundwinkel zuckte es. „Seitdem er vor vier Wochen aus dieser Tür getreten ist, habe ich nichts wieder von ihm gehört und gesehen.“
„Hatte er die Millionen bei sich?“ fragte Polly gespannt.
„Meines Wissens nicht!“ erwiderte der Rat mit einem feinen Lächeln.
Dodd merkte sich dieses Lächeln und dachte sich seinen Teil. Die Wahrscheinlichkeit, daß die zwei Millionen in diesem Hause versteckt waren, war durch dieses Lächeln bedeutend gewachsen.
„Sie wissen also nicht, daß sich Ihr Neffe noch weiterhin hier in Strienau aufgehalten hat?“ fragte Dodd lauernd. „Und zwar unter dem falschen Namen Franz Müller?“
„Davon weiß ich nichts!“ erwiderte der Rat ernst. „Ich würde das, falls es sich bestätigen sollte, sehr bedauern. Denn Sie können sich denken, daß mir in meiner Stellung ein solcher steckbrieflich verfolgter Neffe nicht sehr angenehm ist.“
Komödie! dachte Dodd und erhob sich.