Sofort ließ Minkwitz los, und der Wandkalender verschwand in Dodds Ueberrocktasche.

Minkwitz war sprachlos, er hatte nicht einmal die Energie, diesem offenkundigen Dieb die Tür zu weisen.

„Ich danke Ihnen!“ sprach Dodd verbindlich. „Auf Wiedersehen.“

Dann eilte er mit seinem unschätzbaren Fund nach Strienau zurück. Auf der Bahn verglich er die verschiedenen Fingerabdrücke, die der Wandkalender aufwies. Der Abdruck neben dem 27. November war ohne Zweifel von Peter Voßens Zeigefinger verursacht worden. Nun hatte er ein untrügliches Mittel, die Identität des Verbrechers ohne Pollys Hilfe feststellen zu können.

In Strienau angekommen, kaufte er einen Wandkalender für das neue Jahr und ließ ihn an den Lehrer in Pograu schicken. Damit war sein amerikanisches Gewissen vollauf beruhigt.

Im Hotel erfuhr er, daß Polly vor kaum einer Viertelstunde mit der Droschke fortgefahren sei. Er wußte wohin. Und er gönnte sich etwas Ruhe und vertiefte sich von neuem in den Wandkalender.

Wenn die zwei Millionen nicht bei dem Landgerichtsrat lagen, dann waren sie sicher da draußen in der Schule versteckt!

Landgerichtsrat Pätsch saß an seinem Schreibtisch und hatte eben sein Pensionsgesuch unterzeichnet, als die Droschke mit Polly vor dem Hause hielt. Schnell versiegelte er das Schreiben und übergab es seiner Haushälterin mit der Weisung, es sofort auf die Post zu tragen.

Polly wollte eben den Klingelknopf niederdrücken, als die unverehelichte Zippel aus der Tür trat. Sie maß Polly mit einem kampfbereiten Blick.

„Kommen Sie nur herein, ich habe Sie schon erwartet!“ rief der Landgerichtsrat fröhlich und streckte Polly beide Hände entgegen.