Aufs höchste erstaunt über diesen überaus freundlichen Empfang, zögerte sie, aber er faßte sie bei den Händen und zog sie sanft ins Zimmer.

„Kommen Sie, liebe, kleine Frau!“ sagte er und drückte sie in einen weichen Sessel. „Wie freue ich mich, Sie endlich kennen zu lernen. Nun aber sagen Sie mir das eine, wie kommen Sie dazu, in Begleitung dieses Detektivs hierher zu reisen?“

„Wie ich dazu komme?“ versetzte sie ganz bestürzt. „Ich muß ihm helfen, meinen Mann zu fangen. Er hat doch zwei Millionen Dollar gestohlen. Und die muß er herausgeben. Wir bringen ihn dann in ein Sanatorium, und die Sache hat weiter kein gerichtliches Nachspiel.“

„So, so?“ sagte der Rat schmunzelnd. „Jetzt kann ich es mir schon zusammenreimen. O Peter, Peter, wie wird es dir ergehen, wenn du dich kriegen läßt!“

Polly war einfach starr über diese Fröhlichkeit des Onkels.

„Ja, aber!“ rief sie und sprang auf. „Herr!“

„Sag ruhig Onkel zu mir, mein Kind!“ erwiderte er und nahm ihre kalten, zuckenden Finger zwischen seine warmen Hände. „Peter, dieser Junge, ist wirklich ein Prachtkerl. Und es freut mich aufrichtig, daß er ein solches Prachtmädel drüben in Amerika gefunden hat.“

Da stürzten ihr plötzlich die Tränen aus den Augen.

„Was ist denn? Was hast du denn, Kind?“ rief er ganz erschreckt.

„Ach!“ schluchzte sie aus tiefstem Herzensgrunde auf. „Er ist doch ein Millionendieb. Er ist geisteskrank. Er hat sich im Geschäft überarbeitet. Ich bin ja so schrecklich unglücklich.“