Es war die ihm sehr vertraute Brieftasche von Peter Voß. Die 4000 Dollar, sechs Hundertmarkscheine nebst Feilen und Sägen lagen darin. Er steckte sie ein und legte später das Legitimationspapier, das er Emil Popel abgenommen hatte, dazu.
Die zweitausend Mille werden nicht weit davon sein! dachte er ganz logisch und machte sich daran, die Waben aus der oberen Etage in die untere, leere zu hängen. Jetzt aber fingen die Bienen an, den Humor zu verlieren. Es blieb ihm nichts übrig, als im Finstern weiter zu arbeiten, denn sobald das Licht aufblitzte, hatte er einige dieser rabiaten Immen im Gesicht zu kleben.
Etwas mühsam! dachte er kaltblütig, ohne sich abschrecken zu lassen. In diesem Stock fanden sich die Millionen nicht. Schnell packte er die Strohmatten hinein und schloß ihn.
Jetzt kam der andere Stock an die Reihe.
Der Gedanke, daß die zwei Millionen in diesem zweiten Stock lagen, war ihm nun zur absoluten Gewißheit geworden. Und mutig ging er gegen die Waben vor, die voll schwarzer, ganz gefährlich summender Bienen hingen.
Jetzt ließ er stechen, was stechen wollte! Immer hastiger wurden seine Bewegungen, den Stock bis zur hintersten Wabe zu durchforschen. Als er die letzte Wabe herauszog, stürzte ein Klümpchen der kleinen schwarzen Bestien auf den Boden des Stockes. Im Nu zerteilte er sich. Zwanzig Stachel bohrten sich ihm gleichzeitig ins Gesicht. Nur noch einen letzten Blick wagte er in den Stock zu werfen.
Das Geld war wirklich nicht darin!
Dann nahm er Reißaus. In der Eile verfehlte er die Gartenpforte und setzte über den Zaun, wo er am Stacheldraht die Hälfte seines linken Ueberrockflügels zurückließ.
Zu Fuß legte er den Weg nach Strienau zurück. Morgens gegen fünf Uhr traf er im Hotel ein. Der verschlafene Hausknecht, den er herausklingelte, erkannte ihn nicht wieder, so verschwollen war die nähere und weitere Umgebung seiner Nase. Er konnte kaum aus den Augen sehen. Mit wilder Hast stürmte er die Treppen hinauf und vergrub das brennende Gesicht in der Waschschüssel. An Schlaf war nicht zu denken. Er mußte in einem fort kühlen und immer wieder kühlen.
Morgens um acht Uhr, als es hell wurde, lag er auf dem Sofa, ein nasses Handtuch über sein verbeultes Gesicht gebreitet, und gab sich Mühe, seinen Schmerz mannhaft zu verbeißen. Nicht einmal auf die Straße durfte er sich wagen! Noch viel weniger ins Zuchthaus gehen.